DIY Hardcase für Zoom H2 Audiorecorder

Der Zoom H2 ist ein digitaler Audiorekorder, der in seiner Preisklasse seinesgleichen sucht. Kompakt und doch sehr leistungsfähig und hochwertig. Das feine Stück Technik will natürlich gut verstaut, und gleichzeitig gut zu transportieren sein. Leider gibt es kein Originalcase auf dem Markt, und wenn doch würde es wahrscheinlich mal wieder unverhältnismäßig teuer sein. Also heißt es mal wieder selbst Hand anlegen. Zunächst habe ich mir im Netz einen Wolf gesucht um eine passende Transportbox zu finden. Es sollte entweder einer Alukoffer oder eine Kunststoffbox sein. Und möglichst günstig sollte es sein. Die Alukoffer aus dem Baumarkt waren mir schlicht zu groß für meinen kleinen Kompakten.  Also wurden zunächst die üblichen Verdächtigen abgeklappert: eBay, Amazon, Google himself etc. Kleine Alukoffer, Hardcase von irgendwelchen Elektrowerkzeugen, Tupperware,… Alles Möglichkeiten. Hatten aber alle ihre Nachteile: Größe, Preis, Praktikabilität,…

Letztlich stolperte ich über den Begriff  "Verbandskasten" . Gleichzeitig machte es Klick und mir fiel ein, dass in der Garage noch ein alter Autoverbandkasten liegen müsste. So war es denn auch. Wundersamer Weise hat der auch genau die richtige Größe. Der Kunststofftray der Originalverpackung passt hinein und es ist noch etwas Luft. Bestens! Da der Verbandskasten schon einige Tage auf dem Buckel hat (Verfalldatum 1995) , sah der natürlich nicht mehr so schön aus. Nachdem ich ihn erst mal mit Scheuermilch gereinigt hatte war das Ergebnis zumindest zufriedenstellend. Da geht noch was, dachte ich mir. Dazu später mehr.

Den Tray einfach in den Kasten zu stecken, auch wenn es gut passt, war mir zu schäbig. Eine Auskleidung mit Schaumstoff schien mir das sinnvollste. Das Problem das ich sah, war die Mulden für die einzelnen Teile passgenau und "schön" zu fertigen. Bei meiner Schaumstoffrecherche stieß ich auf den Begriff "Rasterschaumstoff". Das sind Schaumstoffplatten, verschiedener Größen und Stärken, die schon ein ca. 14x14mm Raster eingestanzt haben. Diese Würfel lassen sich aus der Gesammtplatte rauszupfen, womit sehr leicht passende und ansehnliche Ausschnitte für die Gerätschaften erzeugt werden können. Bestellt habe ich das bei Troll Factory (Amazon) . Zusätzlich noch 10mm Schaumstoffplatten um Deckel und Bodenplatte auszukleiden.

Nachdem diese Überlegungen getan waren ging es an die Optik. Da ich noch schwarze Klebefolie über hatte wollte ich den Kasten folieren. Ob der zahlreichen Rundungen stellte sich das bei einem kleinen Probelauf am Deckel nicht ganz einfach dar. Das Ergebnis stellte mich nicht zufrieden. Folie wieder runter. Was nun?

Lackieren! Also wieder im Netz recherchieren. Ich fand die Firma Kwasny und deren Produktreihe Belton. Auf Anhieb schöpfte ich Vertrauen und bestellte online was nötig war. Sprühdosen mit Kunstoff-Haftgrund, Silber metallic, Rot metallic und Klarlack. War gar nicht so einfach einen Onlineshop zu finden, der alle Produkte gleichzeitig vertreibt.

In der Wartezeit auf die Lieferung habe ich den alten Verbandkasten schon mal mit 320er Schleifpapier angeschliffen und kleinere Kratzer und Ritzer mit Putty-Spachtelmasse aus dem Modellbau ausgebessert. Meine ersten Gehversuche mit Sprühdosen zu lackieren fielen gar nicht so schlecht aus. Ich hatte zunächst vor auf dem Deckel noch einen Schriftzug zu gestalten. Da dies aber mit der Fertigung einer Schablone verbunden gewesen wäre, ließ ich es bleiben. Dennoch bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

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