Magix Video deluxe 17 und AVCHD

Vorgeschichte

Meine neue Videokamera Panasonic HDC-SD707 zeichnet im AVCHD Format auf. Bis dahin hatte ich mit DV-AVI und Magix Video deluxe 2008+ gearbeitet, was eine sehr gute Kombination war. Eine flüssige Verarbeitung war mit dem gegebenen Rechner sehr gut möglich. Das AVCHD Format stellt Hard- und Software vor neue Herausforderungen, da es sehr ressourcenhungrig ist.

Meinen Rechner hatte ich kurze Zeit vorher aufgerüstet. Kurze Zeit später bewarb Magix die neue Version Video deluxe 17. Als ein besonderes Feature wurde die Optimierung hinsichtlich der Verarbeitung von AVCHD Material benannt. Also legte ich mir diese Version im Zuge eines verbilligten Upgradeangebots zu. Leider musste ich feststellen, dass trotz sehr potenter Hardware und der neuen, AVCHD fähigen Software die Performance zu wünschen übrig ließ. Die erwartete Beschleunigung in der Timelinebearbeitung fiel unterproportionale aus.

Symptome

Bei der Bearbeitung des Materials in der Timeline von VdL kam es immer wieder zum Ruckeln beim Abspielen. Nicht durchgehend, aber reproduzierbar in bestimmten Situationen:

  • Anwendung von Effekten auf einen Clip
  • Mehrere Videospuren parallel in der Timeline
  • Bei Blenden zwischen zwei Clips

Also alles Situationen wo außer dem "einfachen" Abspielen der Clips zusätzliche Leistung vom System gefordert ist. Die gleichen Arrangements haben mit DV-AVI Material und VdL 2008+ auf meinem alten Rechner (Core2Quad Q9400) zu keinerlei Problemen geführt. Um herauszufinden warum trotz der denkbar günstigen Rahmenbedingungen, mit neuer potenter Hardware und einem für AVCHD optimierten Videoschnittprogramm die Verarbeitung mitunter unbefriedigend ist, habe ich einige Test durchgeführt um der Ursache auf den Grund zu gehen und ggf. Abhilfe zu schaffen.

Testsetting

Auf folgender Hard- und Softwarebasis wurden die Testläufe durchgeführt.

Hardware

Die wesentlichen Komponenten des Rechners: CPU: Corei7-950 Motherboard: ASRock X58 Extreme3 I-X58 S1366 ATX RAM: 4 GB DDR3 Systemlaufwerk: SSD Corsair R60 60GB Daten-HD: 500GB Samsung SATA Grafik: Nvidia GTX 260, 896MB Ram, 216 Rendercores

Software

OS: Windows 7 Prof. 32 Bit Videoschnitt: Magix Video deluxe 17 Premium Ansonsten ist das Systemlaufwerk "clean", d.h. es befindet sich keine Software darauf, die beim Videoschnitt in die Quere kommen könnte, insbesondere keine Codecpacks.

VdL – Projektsetting

Das Projekt hat eine Auflösung von 1920×1080 mit 25fps, halbe Auflösung im Vorschaumonitor von VdL. AVCHD Dateien (m2ts) aus Panasonic HDC-SD707, Aufnahmemodus HA1920 (also fast beste Qualität, dann kommt nur noch 50p). Die CPU Last wird während der folgenden Durchläufe über den Windows Taskmanager überwacht. Die GPU Last wird während der folgenden Durchläufe durch GPU-Z überwacht.

Testläufe

In drei Durchgängen habe ich den Projektordner mit allen zum Projekt gehörigen Dateien

A – auf der Festplatte leigen

B – auf der SSD liegen

C – in einer RAM-Disk liegen

Durchgang -A-

Der Projektordner mit allen Dateien die zum Projekt gehören liegt auf meiner Daten-HD.

Szenario 1:

In der Timeline liegen ausschließlich vier verschiedene FullHD AVCHD Dateien als Collage untereinander, nehmen jeweils ein viertel des Bildschirms ein. Die Datein haben jeweils etwa 13MB. Abspielen läuft flüssig

Szenario 2:

Einfügen einer ca. 20MB Datei vor der Collage. Beim Szenenwechsel kommt VdL ins stolpern, es stockt und ruckelt zum Beginn der Collage, läuft dann durch.

Szenario 3:

Zusätzliches Einfügen einer ca. 20MB Datei nach der Collage. Beim Szenenwechsel kommt VdL ins stolpern, es stockt und ruckelt durch die ganze Collage. Meine erste Schlussfolgerung: Es kommt zu Engpässen beim Datentransfer, zumal meine SATA HD wirklich nicht die flotteste ist. Will VdL die nächsten Clips von der Feszplatte in den RAM nachladen stehen diese nicht schnell genug parat, so dass das Abspielen ins Stocken kommt.

Durchgang -B-

Um den potentiellen Flaschenhals Festplatte zu umgehen lege ich ein identisches Projekt an und positionieren den Projektordner auf meiner SSD. Deren Datentransferraten liegen bei deutlich über 200MB/s, über Zugriffszeiten muss man bei SSD nicht nachdenken. Ergebnis: Nur minimalistische Verbesserungen bei Szenario 1-3. Das Abspielen stockt und ruckelt unverändert. Schon merkwürdig denke ich. Was bleiben für Möglichkeiten?

Durchgang -C-

Ich lege eine 1GB RAM-Disk an. Schneller geht es nun wirklich nicht mehr. Also wiederum identisches Projekt erstellt und den Projektordner in der RAM-Disk positioniert. Ergebnis: entspricht meinen Erfahrungen bei Durchgang A und B. Das Abspielen stockt und ruckelt unverändert. Durchgang -D- Ich lege 8 (acht) Full-HD AVCHD Clips in der Timeline untereinander. Mit Multi-Bild-in-Bild bzw. Größe/Position sind so positioniert, dass sie sichtbar sind. Projektordner liegt in der RAM-Disk. Abspielen stockt (natürlich).

Ergebnisse und Schlußfolgerungen

Bei keinem der Testläufe reichte die CPU Last (auf keinem der Kerne) an 100% ran. Sie lag maximal bei 60% – 70%. Die GPU Last lag bei maximal 7%. Maximal wurden 256MB des Grafikkartenspeicher genutzt und der Memorycontroller der Grafikkarte war mit 1% Auslastung gelangweilt. Durch die Positionierung des Projektordners in einer RAM-Disk ist sichergestellt, dass die Videodateien dem Programm zeitgerecht zur Verfügung stehen. In der Summe bedeutet dies für mich folgendes: Das Ruckeln in der Timelinedarstellung ist nicht auf Defizite bei der Hardware zurück zu führen. CPU und GPU bieten noch Ressource, die von VdL nicht abgefordert werden. Video deluxe 17 selbst stellt das Nadelöhr da. Das Programm ist nicht in der Lange die benötigten Videodateien schnell genug nachzuladen und für eine flüssige Darstellung zu decodieren.

Hier das ganze auch als etwas abgespeckte Videodokumentation

8 thoughts on “Magix Video deluxe 17 und AVCHD

  1. Anderes war NICHT zu erwarten.
    Die Video deluxe-Programmierer sind nicht ausreichend mit Windows vertraut.
    Auch haben sie ihre Datenbank nicht ausreichend im Griff.
    Ihnen fehlt es zudem an ausreichendem logischen Denkvermögen. 
    Dieses zeigt sich nun im Falle höherer Ansprüche speziell bei den I/O's in peinlich ägerlicher Weise.
    Weil die meisten  Probleme auf dieses Schwächen zurückzuführen sind und dem Programm selbst anhaften, wird dieses gern obligatorisch ausgeblendet.
    Insbesondere die MAGIX-Fahnenschwenker bemühen sich, den Anwendern Schrauben reinzudrehen, Fehlerursachen bei sich selbst oder bei ihrem Equipment zu suchen.
    Wie anderweitig schon dargelegt wurde, sind Video deluxe und Video Pro X ein Haufen Perlen in einem Haufen Shit.
    MAGIX interessiert nur der Profit. Fehlerfreiheit, Performance und Kundenzufriedenheit sind Nebensache.
    Wirklich gut funktioniert nur die Werbetrommel mit ihren überzogenen Versprechungen.
    Hinsichtlich Performance und Stand der Technik ist MAGIX mittlerweile weit im Hintertreffen.

  2. *** EDIT durch Admin ***

    Ich werde es nicht zulassen, dass auf meiner Seite irgendjemand die Möglichkeit erhält sich auf solch infantile und herabwürdigende Weise zu äußern.

    D.Grashoff, ich habe ihre IP-Adresse falls der Adressat ihrer vulgären Beleidigung rechtliche Schritte ergreifen möchte.

  3. Hallo,
     
    ich kann zu 100% dem Tester (admin?) zustimmen. Ich habe genau dieselben Probleme mit dem Programm, obwohl ich einen leistungsfähigen Rechner besitze.
    Was kann man hier tun? Welches Video-editing Programm unter windows7 funktioniert hier richtig? Gibt es das überhaupt schon? Das frustet sehr, da ich schließlich jede Menge AVCHD-Materilal zur Verarbeitung besitze.

  4. Vielen Dank Helmut. Echt grossartiger Vorschlag. Die Performance Probleme die ich mit Magix hatte sind bei EDIUS gelöst. Magix ist leider wirklich nicht das Geld wert!

  5. Hallo. Habe erst grad kürzlich mir auch das Videodeluxe17 premium zugelegt, gerade weil es so marketingtechnisch aufgebauscht wird rund um AVCHD-Bearbeitung. Schon nach wenigen Minuten Rumprobieren musste ich feststellen, dass ein solcher Kauf rausgeschmissenes Geld darstellt! Die AVCHD Dateien abzuspielen oder gar zu bearbeiten ist ein mühseliges Unterfangen und macht keinen Sinn, da es die ganze Zeit ruckelt. Mit Effekten zu belegen müssen wir erst garnicht anfangen. Jetzt würde man meinen, mein PC ist einfach zu lahm und erfüllt nicht die Programmanforderungen, Denkste! Hab einen Acer Aspire 7730ZG, 2.00 GHz, 4 GB RAM und trotzdem läuft das Programm als hät ich nen Pc aus dem letzten Jahrhundert.
    Habe sogar versucht, Mpeg Dateien und mit Effekten belegte mov Dateien, die ich zuvor in after effects gerendert habe, abzuspielen, noch nicht mall fullhd sondern nur hd, alles ruckelt was das Zeug hält!
     
    Das Lustigste vom ganzen ist, dass ich mit dem Vorgängerprogramm, Vdl 16, ganz gut gefahren bin und solche gravierenden Probleme nicht hatte, nur bearbeite AVCHD-Dateien waren nicht ganz ruckelfrei, aber noch nicht mal in einem solchen Ausmass, wie es in Vdl 17 der Fall ist.
     
    Hätt ich nicht soviel Geld ausgegeben, hätte ich es gleich in die nächste Tonne geschmissen..

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